Kinderheilkunde

CO-OP – Kindern Erfolg ermöglichen

Kognitiver Ansatz bei Kindern mit Koordinationsstörungen

Kurzinfo:

Der CO-OP-Ansatz beruht auf dem betätigungsorientierten und klientenzentrierten Top-Down-Ansatz und auf aktuellen Theorien zum motorischen und kognitiven Lernen. Er befähigt Kinder mit Hilfe der globalen Problemlösungsstrategie und der geleiteten Entdeckung, eigene Strategien zu finden, um für sie bedeutsame Ziele zu erreichen. Dadurch gewinnen die Klienten Selbstvertrauen und erlernen Strategien, auch andere Probleme im Alltag anzugehen. Generalisierung und Transfer sollen eine Übertragung in den Alltag gewährleisten.

Der CO-OP-Ansatz ist auf verschiedenen Ebenen wissenschaftlich erforscht und in seiner Wirksamkeit evaluiert. Er wird v. a. in der Therapie von Kindern mit umschriebenen Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen (UEMF) in den entsprechenden Versorgungsleitlinien als wirksam empfohlen. Darüber hinaus gibt es inzwischen vielversprechende Pilotstudien und Erfahrungen bei CO-OP mit Erwachsenen und Klienten mit anderen Störungsbildern, wie z.B. Autismus, Apolex u.a

Ausführliche Info über CO-OP

Für die gesunde Entwicklung jedes Kindes ist es wichtig, bei alltäglichen Spielen und Aktivitäten erfolgreich mithalten zu können.

Auf diese Erkenntnis stützt sich der CO-OP Ansatz, den Prof. Dr. Helene Polatajko und Dr. Angela Mandich entwickelt haben. CO-OP ist die Abkürzung für „Cognitive Orientation to daily Occupational Performance“ (Kognitive Orientierung bei der alltäglichen Betätigungsausführung).

CO-OP wird in zahlreichen Ländern gelehrt, in Deutschland seit der Vorstellung auf dem DVE-Kongress 2004. Im November 2009 wurden 18 Ergotherapeutinnen aus vier europäischen Ländern als CO-OP- Trainer zertifiziert, die Teil der weltweiten CO-OP Akademie sind.

CO-OP wurde ursprünglich für die Behandlung von Kindern mit leichten motorischen Problemen (Umschriebene Entwicklungsstörung Motorischen Funktionen, ICD-10, F82) entwickelt. Neu und einzigartig daran ist, dass es bei den kognitiven Fähigkeiten von Kindern ansetzt und ein „Top-down-Verfahren“ darstellt. Diese Therapieverfahren sind bei Verhaltens- und Lernstörungen verbreitet, waren auf der Ebene der motorischen Therapie jedoch noch ungewöhnlich. Zudem nimmt das CO-OP eine echte klientenzentrierte Perspektive ein, denn eine Kernthese ist, dass die Therapie nur dann dauerhaft erfolgreich sein kann, wenn die Kinder das Ziel der Maßnahme selbst (mit-) bestimmen und nicht nur Vorstellungen aus dem Umfeld erfüllen sollen.

Konkret lernen die Kinder anhand einer von ihnen selbst gewählten motorischen Betätigung kognitive Strategien zu entwickeln, mit deren Hilfe sie diese Aktivität ausführen können.
Gleichzeitig lernen sie Generalisierung und Transfer, um diese Problemlösestrategie auf andere Betätigungen zu übertragen, was im Sinne der ICF Teilhabe ermöglicht.
Das Verfahren basiert auf Theorien der Ergotherapie, der Verhaltens- und Lernpsychologie und der Bewegungswissenschaften.

Die Ergebnisse der bisherigen Wirksamkeitsstudien lassen begründet behaupten, dass es sich um das zurzeit erste evidenzbasierte ergotherapeutische Behandlungsverfahren für die oben erwähnte Zielgruppe handelt. Inzwischen gibt es auch Nachweise zur Wirksamkeit bei weiteren Störungsbildern.

In der Deutsch-Schweizerischen Versorgungsleitlinie zur Umschriebenen Entwicklungsstörungen Motorischer Funktionen (UEMF) der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF e. V.) vom Juli 2011 wird innerhalb der aufgabenorientierten Therapiemethoden der CO-OP Ansatz für Kinder mit UEMF empfohlen.

Bei folgenden Diagnosen:


    1. Umschriebene Entwicklungsstörung motorischer Funktionen (F82)
    2. Koordinationstörungen

    3. Störung der Feinmotorik

    4. Wahrnehmungsstörungen

    5. Entwicklungs- & Lernstörungen

    6. Verhaltensstörungen

    7. ADS / ADHS (Aufmerksamkeitsstörungen)

    8. Konzentrationsstörungen

    9. Hirnleistungsstörungen

    10. Neurologische Störungen z.B. nach Schlaganfall

    11. Störung der Handfunktion

    12. Autismus